Bahnsport · Sandbahn

Sandbahnsport beim AMC Haunstetten:
Das Herzstück am Unteren Talweg

Loser Sand, aufheulende Motoren, quer gestellte Maschinen im Grenzbereich – seit über einem halben Jahrhundert ist die Sandbahn im Haunstetter Stadion die sportliche Seele unseres Vereins. Ein Rückblick auf Herkunft, große Momente und die Bahn, die bis heute alles zusammenhält.

Disziplin: Sandbahn / Bahnsport Austragungsort: Haunstetter Stadion, Unterer Talweg 100 Seit: 1970
Sandbahnrennen im Haunstetter Stadion
Die 500-Meter-Sandbahn im Haunstetter Stadion – Heimat des AMCH-Bahnsports.

Wer den AMC Haunstetten verstehen will, muss auf die Sandbahn schauen. Sie ist mehr als eine Rennstrecke: Sie ist der Ursprung, das Wahrzeichen und bis heute das verbindende Element zwischen allen Abteilungen des Vereins. Was hier über Jahrzehnte gewachsen ist, prägt den Charakter des Clubs – und macht den Sandbahnsport zum Herzstück am Unteren Talweg.

Die Wurzeln

Wie der Sandbahnsport nach Haunstetten kam

Die Geschichte des Vereins reicht bis ins Jahr 1949 zurück; offiziell gegründet wurde der Club Anfang 1950, zunächst als reiner Motorsportclub. Schon das erste Grasbahnrennen im Herbst 1950 zeigte, wohin die Leidenschaft der Gründer ging: aufs Motorrad, auf die Bahn, in den Wettbewerb. 1958 gab sich der Verein seinen heutigen Namen als Automobil- und Motorsportclub Haunstetten im ADAC.

Der entscheidende Schritt zur Sandbahn fiel jedoch abseits der Strecke – in der Kommunalpolitik. Als der Bau des Haunstetter Sportstadions geplant wurde, setzten sich zwei im Ort verwurzelte Stadträte, Willi Maas und Rudolf Ripperger, dafür ein, dass rund um die Leichtathletikbahn auch eine Sandbahn angelegt werde. Damit war die Grundlage geschaffen: 1969 wurde das Stadion an der Bezirkssportanlage fertiggestellt, und schon bei der Einweihung im September 1969 gaben die Sandbahnfahrer im Rahmenprogramm einen ersten Vorgeschmack.

Die eigentliche Premiere folgte am 19. April 1970: Das 1. Haunstetter Sandbahnrennen lockte rund 6.000 Zuschauer ins Stadion. Wie riskant solche Veranstaltungen waren, zeigte allerdings schon das zweite Rennen im Oktober desselben Jahres – bei schlechtem Wetter kamen nur noch etwa 2.000 Unentwegte. Der Sandbahnsport in Haunstetten war geboren, mitsamt seiner ganzen Wetterabhängigkeit.

Meilensteine

Die großen Momente – Rekorde, Weltmeister, Länderkämpfe

In den Jahren nach der Premiere entwickelte sich die Haunstetter Bahn zu einer festen Größe im süddeutschen Sandbahnsport. Der Besucherrekord fiel bereits 1971: Zum ersten Auftritt von Sandbahn-Weltmeister Manfred Poschenrieder strömten rund 8.000 Zuschauer ins Stadion. Auch international rückte Haunstetten in den Blick – mit Höhen und wetterbedingten Tiefen.

1969Fertigstellung des Haunstetter Stadions; Sandbahn-Debüt im Rahmen der Stadioneinweihung.
19701. Haunstetter Sandbahnrennen am 19. April vor rund 6.000 Zuschauern.
1971Besucherrekord: rund 8.000 Zuschauer beim Auftritt von Weltmeister Manfred Poschenrieder.
1972Speedway-Länderkampf BRD gegen UdSSR – wegen einsetzenden Schneetreibens abgebrochen. Im selben Jahr wird Haunstetten nach Augsburg eingemeindet.
1984Speedway-Vier-Länderkampf mit Ungarn, Österreich, Schweden und der BRD.

Eine sportliche Hürde begleitete den Club über viele Jahre: Nach den damaligen FIM-Bestimmungen war die Bahnlänge nicht für Prädikatsveranstaltungen zugelassen. Statt zu resignieren, holte der AMCH kreativ attraktive freie Rennen und Länderkämpfe an den Unteren Talweg – und hielt so den internationalen Charakter der Veranstaltungen am Leben.

Der Schauplatz

Die Bahn am Unteren Talweg

Die Sandbahn verläuft als 500 Meter langes Oval rund um die Leichtathletik-Rundbahn der Bezirkssportanlage Haunstetten – eine Konstellation, die es so nur selten gibt. Von der überdachten Tribüne aus sind Start und Ziel, die langen Geraden und die weiten Kurven gut einsehbar. Genau diese Länge macht den Reiz aus: Auf 500 Metern erreichen die Maschinen hohe Geschwindigkeiten, und die Fahrer stellen ihre Motorräder in den Kurven quer, um im kontrollierten Drift die Ideallinie zu halten.

Wenn die Seitenwagen mit deutlich über 100 km/h durch die präparierte Piste preschen, ist das der Moment, für den die Zuschauer kommen.

Die Seitenwagen-Rennen gelten seit Jahren als das Highlight im Haunstetter Stadion – ein Kraftakt aus Fahrer und Beifahrer, der auf der langen Sandbahn besonders spektakulär wirkt. Aber auch die Solo-Klassen und der Nachwuchs prägen das Bild an einem Renntag.

Eckdaten der Bahn

Länge
500 m Sandbahn (rund um die Rundbahn)
Ort
Haunstetter Stadion, Bezirkssportanlage, Unterer Talweg 100, 86179 Augsburg
Veranstalter
AMC Haunstetten e.V. im ADAC
Erstes Rennen
19. April 1970
Rhythmus großes Rennen
traditionell alle zwei Jahre
Die Tradition

Das Internationale Sandbahnrennen – alle zwei Jahre

Das große Sandbahnrennen des AMCH ist bis heute das Aushängeschild des Vereins. Traditionell im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen, bringt es nationale und internationale Piloten nach Augsburg. 2023 stand das internationale Sandbahnrennen an diesem September-Wochenende erneut auf dem Programm; 2025 folgte am letzten September-Wochenende ein besonderes Highlight – ein EM-Finale der Seitenwagen, kombiniert mit dem Haunstetter Sandbahnrennen.

Rund um die Rennen gehört auch der ADAC Speedway-Bayerncup zum Programm, eine Nachwuchsveranstaltung, mit der junge Fahrerinnen und Fahrer Wettkampfluft schnuppern. Dazu kommen Fahrerlager, Festzelt und Siegerehrung – ein Vereinsfest, das der AMCH mit vielen ehrenamtlichen Helfern über die Bühne bringt. Zentrale Figur bei der Organisation der Sandbahnrennen ist seit vielen Jahren Erich Scheunemann.

Sportlich mischt der Verein dabei auch selbst mit: Beim Heimrennen 2023 fuhr das AMCH-Gespann mit Tim Scheunemann und Markus Brandhofer im Seitenwagen auf den zweiten Platz – ein Achtungserfolg vor eigenem Publikum.

Nachwuchs & Alltag

Training, Nachwuchs und Clubfahrer

Die Sandbahn lebt nicht nur von den großen Renntagen. Traditionell öffnet der AMCH die Bahn für Auftakt- und Abschlusstrainings, zu denen Fahrer aus der ganzen Region anreisen, um Maschinen und Gespanne auf losem Untergrund einzustellen. So bleibt die Bahn das ganze Jahr über ein lebendiger Treffpunkt des Bahnsports.

Der Blick auf den Nachwuchs hat beim AMCH lange Tradition: Bereits 1992 wurde die Jugendgruppe gegründet, aus der über die Jahre zahlreiche Lizenzfahrer hervorgingen. Diesen Weg gehen heute junge Bahnsportler wie Leon Ferdinand weiter – die aktuelle Generation, die die Farben des AMCH auf die Bahn trägt. Wer sie kennenlernen möchte, findet die Porträts unserer Aktiven auf der Seite Clubfahrer, und alles rund um den Einstieg auf der Seite Jugendgruppe.

Mehr über die Disziplin selbst – Regeln, Ablauf und was die Sandbahn technisch besonders macht – liest du im Beitrag „Sandbahnsport erklärt: Regeln, Ablauf und die Bahn am Unteren Talweg".

Take-away

Warum die Sandbahn das Herzstück bleibt

Über ein halbes Jahrhundert Bahnsport, eine der wenigen 500-Meter-Sandbahnen rund um eine Leichtathletikbahn und ein Rennen, das Augsburg alle zwei Jahre in seinen Bann zieht: Der Sandbahnsport ist das Fundament, auf dem der AMC Haunstetten steht – und von dem aus Speedway, Langbahn, Flattrack und die Nachwuchsarbeit ausstrahlen.

  • Ursprung & Identität: Seit 1970 ist die Sandbahn die sportliche Seele des Vereins.
  • Eine besondere Bahn: 500 Meter loser Sand rund um die Rundbahn im Haunstetter Stadion.
  • Große Tradition: Das internationale Sandbahnrennen bringt alle zwei Jahre Spitzensport an den Unteren Talweg.
  • Zukunft inklusive: Auftakttrainings, Jugendgruppe und Clubfahrer halten den Bahnsport lebendig.

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